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Blackout bei der Präsentation: was du von Michael Bays Auftritt lernen kannst

Titelbild: Blackout bei der Präsentation: was du von Michael Bays Auftritt lernen kannst

Es ist das Szenario, vor dem sich fast jeder fürchtet, der vor Menschen spricht: der Blackout. Von einem Moment auf den anderen ist alles weg. Der Kopf ist leer, als hätte jemand den Stecker gezogen.

Genau das ist dem Hollywood-Regisseur Michael Bay passiert, bekannt durch die Transformers-Filme. Bei einer Pressekonferenz von Samsung auf der CES 2014 in Las Vegas sollte er einen neuen Fernseher vorstellen. Er wollte seinen Text vom Teleprompter ablesen. Der Teleprompter fiel aus. Nach wenigen hilflosen Sätzen entschuldigte er sich und verließ die Bühne. Die Szene kannst du dir auf YouTube ansehen.

Beim Zuschauen möchte man fast im Boden versinken. Aber genau solche Momente lohnen einen zweiten Blick: Was kann man daraus lernen?

Warum ein Blackout entsteht

Ein Blackout ist kein Zeichen von Unfähigkeit. Er ist eine Stressreaktion. Unter starker Anspannung schaltet der Körper auf Alarm, und das Abrufen von Gelerntem wird schwieriger. Besonders anfällig bist du, wenn du dich an etwas Einzelnes klammerst: einen auswendig gelernten Text, einen Teleprompter, eine Folie, ohne die du nicht weiterweißt.

Bei Michael Bay kam beides zusammen: hoher Druck auf einer großen Bühne und eine vollständige Abhängigkeit von der Technik. Als sie wegfiel, war nichts mehr da, worauf er sich stützen konnte. Und das, obwohl er über das Thema hätte sprechen können, das er am besten kennt: seine eigene Arbeit.

5 Wege, einem Blackout vorzubeugen

1. Mach dich nie von der Technik abhängig

Folien, Prezi, Videos und Teleprompter können einen Auftritt stärker machen. Aber sie dürfen nie tragen, was du tragen musst. Du bist die Präsentation, nicht die Technik. Dein Publikum ist wegen dir da, wegen deiner Erfahrung und deiner Sicht auf das Thema. Wenn die Technik ausfällt, muss deine Geschichte trotzdem weitergehen können.

2. Lern die Struktur, nicht den Text

Wer jeden Satz auswendig lernt, hängt an jedem Wort. Fehlt eines, fehlt alles. Lern stattdessen den Ablauf: Welche drei, vier Abschnitte hat deine Präsentation, und was ist die Kernaussage jedes Abschnitts? Dann kannst du jeden Teil in eigenen Worten erzählen, egal, was passiert.

3. Üben, üben, üben

Wie bei einer Prüfung gilt: Je weniger du vorbereitet bist, desto nervöser bist du. Übe laut, nicht nur im Kopf, und zwar so lange, bis sich der Ablauf natürlich anfühlt. Am besten auch einmal in einer Situation, die dem echten Auftritt nahekommt, vor Menschen oder vor der Kamera.

4. Bereite den Einstieg besonders gut vor

Nervosität ist am Anfang am größten. Ein guter Start wirkt wie ein Turbo für den Rest des Auftritts. Wenn die ersten Minuten sitzen, sinkt die Anspannung, und der Rest läuft leichter. Den Einstieg darfst du deshalb ruhig auswendig können.

5. Halte eine Gedächtnisstütze bereit

Eine Karte mit fünf Stichworten, die Referentenansicht mit Notizen oder ein Blatt am Pult: Eine einfache Stütze gibt Sicherheit, auch wenn du sie nie brauchst. Wichtig ist, dass es Stichworte sind und kein Fließtext. Stichworte findest du mit einem Blick wieder, in einem Text suchst du.

Was tun, wenn es trotzdem passiert?

Ein Blackout kann jedem passieren, auch erfahrenen Rednern. Entscheidend ist, wie du reagierst:

  1. Pause machen. Eine Pause von einigen Sekunden fällt dem Publikum viel weniger auf, als du denkst. Für dich fühlt sie sich lang an, für dein Publikum wirkt sie oft bewusst gesetzt.
  2. Durchatmen. Atme langsam aus. Trink einen Schluck Wasser, das gibt dir ganz natürlich ein paar Sekunden.
  3. Zusammenfassen. Fass den letzten Gedanken in einem Satz zusammen. Oft kommt der Faden dabei von selbst zurück.
  4. Auf die Stütze schauen. Ein Blick auf deine Stichworte ist kein Scheitern, sondern Vorbereitung.
  5. Ehrlich sein. Ein Satz wie „Ich schaue kurz, wo ich war“ wirkt sympathisch und souverän. Dein Publikum will, dass du es schaffst.

Was du nicht tun solltest: dich lange entschuldigen, in Panik verfallen oder abbrechen. Erst das macht aus einem kurzen Hänger einen Moment, über den man spricht.

Wenn die Angst vor einem Blackout dich schon lange vor dem Auftritt begleitet, steckt meist Lampenfieber dahinter. Was dagegen hilft, beschreibe ich auf meiner Seite über Lampenfieber.

Fazit

Ein Blackout ist kein Weltuntergang, sondern ein Moment, auf den du dich vorbereiten kannst. Mach dich nicht von Technik oder einem auswendig gelernten Text abhängig, lerne die Struktur, übe laut und bereite den Einstieg besonders gut vor. Und wenn es doch passiert: Pause, durchatmen, weitermachen. Dann wird aus dem Horror-Szenario eine kurze Pause, die kaum jemand bemerkt.

Häufige Fragen

Was tun bei einem Blackout während einer Präsentation?

Ruhig bleiben und eine Pause machen. Atme durch, trink einen Schluck Wasser oder schau auf deine Notizen. Fass den letzten Gedanken in einem Satz zusammen, oft kommt der Faden dabei zurück. Du kannst auch ehrlich sagen: „Ich schaue kurz, wo ich war.“ Das wirkt souveräner als jede Panik.

Wie kann ich einen Blackout bei einer Rede vermeiden?

Lerne die Struktur, nicht den Text. Wer jeden Satz auswendig lernt, verliert bei einem fehlenden Wort den ganzen Faden. Übe laut, bereite den Einstieg besonders gut vor und halte eine Gedächtnisstütze mit Stichworten bereit.

Merkt das Publikum einen Blackout?

Viel weniger, als du denkst. Eine Pause von einigen Sekunden fühlt sich für dich wie eine Ewigkeit an, für das Publikum wirkt sie oft wie eine bewusste Pause. Erst Panik, Entschuldigungen oder Abbruch machen einen Blackout sichtbar.

Sollte ich eine Rede auswendig lernen?

Nicht Wort für Wort. Auswendig lernen lohnt sich nur für den Einstieg und den Schluss. Den Rest solltest du so gut kennen, dass du ihn in eigenen Worten erzählen kannst.

Quellen

  1. CBS News: ‚Transformers‘ Director Walks Off Stage At CES 2014 (7. Jänner 2014)